Das Kleine Walsertal im Spätherbstlicht

Das Kleine Walsertal im Spätherbstlicht
Der Herrscher über das Kleine Walsertal - der Große Widderstein.

Eine zauberhafte Stille liegt über dem Kleinen Walsertal im Spätherbstlicht, das eine warme goldene Stimmung über die bleichen und bräunlichen Grashänge wirft. Es ist angenehm frisch und mit zunehmender Höhe wird es wärmer. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Die meisten wohl Einheimische, weil die Vermieter und Gastronomen im Betriebsurlaub sind oder ihre Unterkünfte renovieren lassen. Es war ein später und spontaner Entschluss, der mich an diesem Sonntag Mitte November ins Kleine Walsertal führte. Wegen dem Schnee in höheren Lagen wähle ich eine Runde über die Güntlespitze. Ein kurzer Blick auf die Wanderkarte zeigt mir mehrere Optionen. Ich überlasse die Details der Strecke meiner Lust und Laune unterwegs.

Ein kurzer spätherbstlichtvoller Nachmittag

Etwa viereinhalb Stunden stehen mir zur Verfügung. Ohne Stirnlampe unterwegs war es mir wichtig, vor Einbruch der Dunkelheit auf sicheren Wegen zurück zu sein. Mein später Aufbruch wird belohnt von dem Eindruck einer wunderbaren Landschaft, die durch spätes Herbstlicht verzaubert war.

Hoher Ifen im Spätherbstlicht
Der Hohe Ifen von Südwesten mit seinen beeindruckenden Steilabbrüchen.

 

Segen des Klimawandels  – Fluch der Medien

Es ist erstaunlich warm, weshalb ich kurzärmelig und mit hochgekrempelten Hosen laufe. Das sind in meinen Augen angenehme Vorteile der Erwärmung unseres Klimas. Viele meiner Zeitgenossen betrachten sie wegen der intensiven Mediendauerbeschallung mit Angst und Panik. Aber es waren eben nicht 97% aller genannten Wissenschaftler sich darüber einig, dass der Mensch die Hauptursache des Wandels ist, sehr weit gefehlt. Wie eine derartige grobe Falschdarstellung durch einen peer review Prozess kommen, sich so lange halten konnte und immer noch hält! In meinen Augen sehr bemerkenswert für den Zustand unseres Geistes und kollektiven Bewusstseins. Es stellt der Qualität des wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurses in unserer westlichen Welt ein schlechtes Zeugnis aus. In der Folge verlieren wir den Blick für die Realität und konzentrieren uns auf die Katastrophe. In diesem Fokus richten wir viel Schaden an. Das, worauf wir unseren Fokus richten, wird stärker in unserem Leben. Unser Geist ist sehr machtvoll und schöpferisch.

Eine Zeit geht zu Ende, immer mehr Menschen wenden sich ab von den Medien der Angst

In mir herrscht der Eindruck, dass die Medien und Wissenschaft heutiger Prägung von Ideologien, Voreingenommenheiten und Korruption dominiert werden. Ich vermute sehr starke Interessensgruppen, die im Hintergrund aktiv sind und den Medienschaffenden und auch den Wissenschaftlern ihren Aktionsrahmen diktieren. Mich stimmt es froh, dass sich immer mehr Menschen völlig von den Medien mit ihrer totalitären Agenda abwenden. Ich möchte die Menschen, die den Angstmeldungen, den allgegenwärtigen Darstellungen von Mord und Totschlag folgen, inspirieren, die Bilder vom Kleinen Walsertal im Spätherbstlicht zu genießen und selbst öfter in die Natur zu gehen und dabei auch Bilder zu machen oder zu zeichnen, wie z. B. Erika Dürr alias ulligunde es tut. Lieber runter vom Sofa und raus in die Natur, als dem Krieg und Hass eine Türe zu unserem Geist offen stehen zu lassen.

Ich habe die Wahl: Krieg, Hass und Angst der virtuellen oder auch eigenen mentalen Welt oder Freude und einfaches Sein im Kleinen Walsertal im Spätherbstlicht

In der Konsequenz halte ich mich lieber an das, was ich in meinem unmittelbaren Umfeld sehe und erlebe, auch wenn mir das nicht immer gut gelingt. Lebe ich nicht viel leichter, wenn ich mich nur an das halte, was ich mit eigenen Augen sehe und selbst erfahre? Muss ich überhaupt wissen, was am anderen Ende der Welt, in Berlin, Hollywood, Washington, Paris, Moskau oder Davos, und vor allem in der Ukraine los ist? Kann ich die Medien einfach außer Acht lassen und so mich erst gar nicht zur Zielscheibe für die gezielte Programmierung unseres Denkens und Fühlens, für diesen ständigen und gezielten Angriff des Hasses auf meinen Geist machen? Ich sage, ja, das ist möglich und sinnvoll. Es ist sogar geboten, wenn ich in Frieden leben will und mich im Denken über das Schlachtfeld erheben will.

Ich stimme mit den Füßen ab – jeder Schritt ein Schritt näher an eine Welt voller Licht und freudiger Möglichkeiten

Wenn ich in den Bergen bin, erfahre ich Selbstwirksamkeit, Freiheit, die lebendige Natur in ihren Rhythmen. Ich erlebe sie in ihrer Stärke, ihrem Wohlwollen, und in Stille. Ich fühle Frieden, und immer wieder Freude. Die Erhabenheit der natürlichen Welt ist unzerstörbar. Ich danke dafür, dass ich immer wieder Kontakt zu ihr aufnehmen kann, über ihren Reichtum staune und zur Ruhe komme. In der virtuellen Welt der Medien kommt all das nicht vor, und wenn doch, dann meist in Verbindung mit bedrohlichen Szenarien. Ein bestimmtes Framing soll uns wieder und wieder in Alarm versetzen oder Gefühle von Unzulänglichkeit wecken. Kein Wunder, wenn so viele Menschen der Natur und ihrem eigenen Wesen so fremd werden. Dominiert von der Angst vor der Zukunft und ihrer eigenen Stärke.

Notwendige aber keine hinreichende Bedingung für wirkliche Veränderung

Ich denke zwar nicht, dass diese Abstinenz in puncto Medienkonsum ausreicht, um eine andere oder hellere Welt zu schaffen. Dazu müssen wir alle auch unsere falschen Gedanken und Überzeugungen hinterfragen und loslassen und durch wahre Ideen ersetzen bzw. ersetzen lassen. Nur wenn wir unsere Konditionierungen und Traumata auflösen und eine neue und bewusste Wahl treffen für eine neue Welt, kann uns wirkliche Veränderung gelingen. Ich war lange selbst naiv und unachtsam gegenüber den Angeboten der Medienwelt und habe z. B. auch den Tatort geschaut, oder die Zeitungen ausführlich gelesen. Heute tue ich dies nicht mehr. Ich bin mir sicher, dass die Programmierung, die von den Medien ausgeht, vieles von dem, was wir in spirituellen Übungen oder Praktiken für Veränderung tun, wieder zunichte macht. Dies ist kein Zufall, sondern eine gezielte und bewusste Manipulation unseres Geistes durch Akteure, die um die Funktionsweise und Macht unseres Geistes wissen. Wir dürfen ihnen nicht länger unseren Geist achtlos überlassen. Wir müssen unseren Geist für die Wahrheit öffnen und den Illusionen und Lügen verschließen. Es ist unser Geist. Wir sind allein verantwortlich für das, was wir sehen und denken. 

Was hilft?

Ein erster Schritt hin zu einer grundlegenden Veränderung wäre Ehrlichkeit. Ehrlichkeit in dem Sinne, dass wir anerkennen, dass wir nicht ohne unser Zutun in der heutigen Situation sind. Wir haben diese Welt mit all unseren Entscheidungen und Gedanken hervorgebracht. Als schöpferische Wesen sind wir nicht Opfer dieser Welt. Wir können daher eine andere Welt hervorbringen. Ehrlichkeit heißt auch mit uns selbst und in unserer Kommunikation mit anderen Menschen ehrlich zu sein. Ein sehr hilfreicher Ansatz in dieser Hinsicht ist das Ehrliche Mitteilen nach Gopal Norbert Klein. Aber dazu mehr ein anderes Mal.

Fein getrennte dünne Sedimentschichten am Grat zum Hochstarzel. 

 

Zurück zu der Wanderung und den wunderbaren Erfahrungen in der Natur. Mir gefällt sehr, wie Ralph Waldo Emerson über diese einfachen Freuden in der Natur und ihre Bedeutung für und Wirkung auf uns schreibt: 

„These enchantments are medicinal, they sober and heal us. These are plain pleasures, kindly and native to us. We come to our own, and make friends with matter, which the ambitious chatter of the schools would persuade us to despise. We never can part with it; the mind loves its old home: as water to our thirst, so is the rock, the ground, to our eyes, and hands, and feet. It is firm water: it is cold flame: what health, what affinity! Ever an old friend, ever like a dear friend and brother, when we chat affectedly with strangers, comes in this honest face, and takes a grave liberty with us, and shames us out of our nonsense. Cities give not the human senses room enough.“ (Quelle: Wikisource)

Das späte Herbstlicht, eine „falsche“ Kameraeinstellung und der Polfilter bewirken sehr warme Farben

Das späte Licht kurz vor Sonnenuntergang an diesem Spätherbstsonntag war sehr warm, die Luft trocken und erstaunlich mild. Es war teilweise windig; in höheren Lagen, vor allem der Sonne abgewandt, lag trockener und gefrorener Schnee. 

Üntschenspitze
Die Üntschenspitze oberhalb von Schoppernau.

 

Die Menschen im Unterland müssen an diesem Sonntag ohne Sonne auskommen. Das Walsertal im Spätherbstlicht scheint in einer anderen Welt zu liegen.

Spätherbstlicht über dem Nebelmeer
Nebel über dem Unterland und dem Bodensee.

 

Der schönste Abschnitt dieser Wanderung: Die Passage von der Güntlespitze zum Wannenberg mit diesem zauberhaften warmen Spätherbstlicht an meiner Seite:

Am Rande des Kleinen Walsertals: Spätherbstlicht auf den Graten und Gipfeln
Auf dem Weg zum Wannenberg: Der Große Widderstein im Hintergrund.

 

Hier die Bilder von der gesamten Runde, die ich so unternahm, dass die Sonne immer im Gesicht oder an meiner Seite stand. Eine gute Wahl – danke Caroline. Alle Bilder sind mit einem Polfilter aufgenommen, deswegen auch die dunklere Färbung im Blau des Himmels in Teilbereichen der Bilder. Ein Polfilter filtert oder unterdrückt reflektiertes Sonnenlicht. Man sehe mir meine Vorliebe für starke Farben nach.

Dieser Artikel hat 8 Kommentare

  1. Es sind so bezaubernde Bilder von ein zauberhafte Gegend.
    Herzlichen Dank lieber Alban, das du uns deine Perspektiven mit uns teilst.
    Liebe Grüße, Sheona

    1. Vielen Dank liebe Sheona für deine Anerkennung und dein Feedback.

  2. Ganz herzlichen Dank lieber Alban für diese zauberhaften Bilder und deine Eindrücke und Gedanken dazu 🙏🏻🤗
    schön dass du uns daran teilhaben lässt 🤗🙏🏻

  3. Wow, lieber Alban, ich bin fasziniert von der Kulisse. Danke. Kann deine Gedanken verstehen und deine Gefühle nachempfinden. Ich sollte wieder mehr in dei Berge gehen. Mir ist die letzte Zeit bewußt gworden, dass gerade dieses miteinader Teilen eine mega Energie ist. Es entsteht durch die vielen Aspekte ein anderes Bewußtsein. Nochmal Danke. Lieben Gruß Rainer

    1. Vielen Dank für dein Feedback, Rainer. Ja, diese wundervolle Bergwelt mit anderen teilen schafft Verbindung, und etwas Positives teilen und gemeinsam wertschätzen ist eine schöne Erfahrung.

  4. Die Bilder sind sehr eindrucksvoll und gut fotografiert.

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